Warum die Fachpromotionsstelle für Migration und Entwicklung?

Die Migration von Menschen ist genauso alt wie deren Existenz auf der Erde. Migration ist ein Grundelement der Menschheitsgeschichte. Entgegen weit verbreiteter Ansichten, erweist sich Entwicklung im Laufe der Geschichte als migrationsförderend. Ebenso ist Migration, sofern sie gut gestaltet wird, ein wichtiger Faktor für Entwicklung.

Deutschland als Aufnahme- sowie Auswanderungsland hat für seine Entwicklung zu einem bestimmten Zeitpunkt der Geschichte Gastarbeiter*innen aus Italien und aus der Türkei aufgenommen. Auch heute ermöglicht Deutschland die Einwanderung um Fachkräfte in bestimmten Arbeitsbereichen zu gewinnen. Auf der anderen Seite sind in der Geschichte Deutschlands unzählige Deutsche in der Zeit der deutschen Revolution und dem Ende des ersten Weltkrieges in die USA eingewandert. Noch ferner in der Geschichte, und zwar 1794, ist die deutsche Sprache wegen der zahlreichen Einwanderer*innen beinahe zweite Sprache des Staats Virginia geworden.

Migration: Eine globale Angelegenheit

Migration, und sogar Massenumsiedelungen, hat es immer gegeben. Die zeitgenössische Migration ist demzufolge kein neues Phänomen, auch wenn sie ihre eigenen Merkmale hat. Es kommt vor, dass Menschen freiwillig auswandern. Das ist eher selten. In den meisten Fällen sind die Menschen gezwungen auszuwandern. Dies hängt mit dem globalen Kontext zusammen. So weisen einige der globalen UN Nachhaltigkeitsziele auf Fluchtursachen hin.

Ziel 15 erwähnt unter anderem „Wälder nachhaltig bewirtschaften“ „Wüstenbildung bekämpfen“ „Bodendegradation beenden“. Diese Ziele wollen den globalen Problemen (wie Klimawandel), die Fluchtursachen sind, begegnen. Darüber hinaus gehen Rohstoffhunger und die geopolitischen Interessen der Industrieländer einher mit Zwangsenteignung und Kriegen. Erzwungene Migration ist dabei die verhängnisvolle Folge.

„Friedliche und inklusive Gesellschaften“ ist ein Stichwort von Ziel 16. Dies ist nicht möglich, wenn Weltmächte wegen Bodenschätze Konflikte stiften und Menschen zur Flucht zwingen. Ziel 17 dreht sich um „globale Partnerschaft“. Dies umfasst fast alle anderen Ziele. Es geht um faire Partnerschaft und einen fairen Umgang miteinander. Die derzeitige Auswanderungswelle ist zum großen Teil Konsequenz des Mangels an Partnerschaftlichkeit, da nach wie vor der Globale Norden auf Kosten des (und nicht in Partnerschaft mit dem) Globalen Süden lebt.

Die Fachpromotorenstelle für Migration und Entwicklung

Um den Herausforderungen zu begegnen, die aus Migration entstehen können, müssen die Ursachen von Migration erkannt und angegangen werden. Wenn die obengenannten UN Ziele umgesetzt werden, würden viele Menschen nicht fliehen, da ihre Lebensgrundlagen nicht zerstört wären.

Um Migration zu begegnen, gibt es aber auch in den Aufnahmeländern einiges zu tun. Ein wichtiger Aspekt ist die Inklusion von Migrant*innen in der deutschen Gesellschaft und auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Diese trägt mit dazu bei, die Situation der Menschen zu verbessern und Armut und Ausgeschlossenheit zu verringern. Das ist sowohl wichtig für die persönliche Entwicklung der Einzelnen, als auch für die wirtschaftliche Entwicklung des Aufnahmelandes. Außerdem können migrantische Akteur*innen Expertise in die nachhaltige Entwicklung in Deutschland einbringen, denn die Verfolgung der Nachhaltigkeitsziele betrifft ausdrücklich auch die Länder des globalen Nordens.

Die Vielfalt, die durch Migration, geschaffen wird, ist eine Bereicherung für die Gesellschaft. Wichtiger Beitrag dafür ist, dass sich Migrant*innen durch Vereine und Organisationen positionieren und ihren Platz in der Vielfalt wahrnehmen. Die Fachpromotorenstelle für Migration und Entwicklung leistet dafür einen wichtigen Beitrag.

Laut dem Initiativausschuss für Migrationspolitik betrug 2016 der Anteil von Menschen mit Migrationsgeschichte an der Bundesbevölkerung 22,54%. Rheinland Pfalz zählte zu demselben Zeitpunkt 22,64% Menschen mit Migrationsgeschichte. Dies zeigt wie wichtig es ist, Migrant*innen einzubinden und zu fördern.

Die Fachpromotorenstelle für Migration und Entwicklung dient dazu, migrantisch-diasporische sowie interkulturelle Zusammenschlüsse zu vernetzen, beraten und zu qualifizieren. Zur Vernetzung treffen sich die Vereine regelmäßig als Fachkreis für Migration und Entwicklung. Dabei lernen sie sich kennen, tauschen Erfahrungen aus und diskutieren über entwicklungspolitische Themen und gemeinsame Aktionen dazu.

In der Beratung ist der Fachkreis Migration und Entwicklung Ansprechpartner für entwicklungspolitische Fragestellungen und unterstützt die Vereine bei der Umsetzung ihrer Aktionen, die sich mit diesem Themenbereich auseinandersetzen.

Die Qualifizierung besteht darin, den Vereinen Weiterbildungsmöglichkeiten zu eröffnen um ihre Vereine und Projekte besser umsetzen zu können. Zu diesem Zweck werden verschiedene Schulungen bzw. Seminare geplant.

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